Mittel gegen Stress: Warum wir Adaptogene Pflanzenstoffe so lieben

Mittel gegen Stress: Warum wir Adaptogene Pflanzenstoffe so lieben

In unserer Alpha Foods Community bekommen wir häufig Fragen zu Adaptogenen. Adaptogene Wirkstoffe werden seit Jahrtausenden in Ostasien angewendet und sind seit einigen Jahren auch besonders in den USA beliebt, in Deutschland aber noch weitgehend unbekannt. In diesem Beitrag wollen wir daher auf Adaptpgene als traditionelle Heilmittel gegen Stress und für das Wohlbefinden, samt die wissenschaftlichen Studien dahinter eingehen - um euch zu zeigen, warum wir so angetan von diesen kraftvollen Botanicals sind.

Was sind Adaptogene?

Adaptogene sind unterschiedlichste Pflanzenstoffe, die eine ausgleichende Wirkung auf die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse haben. Dabei handelt es sich um das empfindliche Gleichgewicht zwischen Gehirn und Hormonhaushalt.

Es sollen sowohl die physische als auch psychische Belastungs- und Stressresistenz des Körpers erhöht werden, wodurch Adaptogenen ein positiver Effekt auf stressinduzierte Krankheiten zugeschrieben wird.

Sing, Hoette und Miller [1] definieren ein Adaptogen wie folgt:

  • Ein Adaptogen ist ein Wirkstoff, der die Fähigkeit des Körpers verbessert, sich durch Stärkung des Immun-, Nerven- und Drüsensystems an innere oder äußere Belastungen anzupassen. Adaptogene verstärken die Widerstandskraft des Organismus gegen Stress, Erkrankungen und Umwelteinflüsse. Sie unterstützten und normalisieren Stoffwechselprozesse und erhöhen deren Effektivität.
  • Adaptogene Wirkstoffe gehören auch zu den Prophylaktika, d.h. sie wirken in unspezifischer Art und Weise, indem sie die Widerstandskraft des Organismus gegen verschiedene Umwelteinflüsse und Reize erhöhen, und/oder die Anfälligkeit für Krankheiten verringern.
  • Adaptogene können durch ihre unspezifische Wirkung den Organismus gegen äußere Stressfaktoren oder Noxen (schädliche Einflüsse) chemischer, biologischer oder physikalischer Natur schützen.

Adaptogene haben also keine spezifische Wirkung, sondern wirken ganzheitlich "balancierend" auf den Körper. Sie machen den Organismus widerstandsfähiger gegenüber von außen einwirkenden oder selbst erzeugten Stressoren, und stimulieren die überwiegend unspezifischen Abwehrmechanismen.

Woher kommen Adaptogene?

Adaptogene haben ihren Ursprung im Ayurveda. Knapp zusammengefasst steht Ayurveda für eine über 5.000 Jahre alte Heilkunde aus Indien. Sowohl tibetische als auch traditionelle chinesische Medizin (TCM) haben ihren Ursprung im Ayurveda und selbst die frühe griechische Medizin bediente sich vieler ursprünglich aus Indien stammender Heilverfahren. Ayurveda ist somit die mit großem Abstand älteste ganzheitliche Heilkunde der menschlichen Kultur.

Typische adaptogene Pflanzen:

  • Ashwagandha
  • Maca
  • Reishi
  • Ginseng
  • Rosenwurz
  • Schisandra
  • Passionsblume

Wie wirken Adaptogene?

Adaptogene wirken in jeder Hinsicht ausgleichend: Sie beruhigen das organische System wenn es “heiß läuft” und beleben wenn es zu stark abflaut. Nutzer von Adaptogenen berichten daher gleichermaßen von einem Mehr an Energie und Motivation, wie auch von mehr Ruhe, Gelassenheit und innerer Ausgeglichenheit.

Diese Wirkung kommt nicht zuletzt durch die besagten regulierenden Effekte auf das Hormonsystem. Vereinfacht ausgedrückt setzt der Hypothalamus in stressreichen Situationen das Hormon Corticoliberin (CRH) frei. Corticoliberin ist eine Art Feueralarm für den Körper. Corticoliberin wirkt direkt auf die Hypophyse, wo es daraufhin zur Ausschüttung von Adrenocorticotropin (ACTH) kommt - ein weiteres Stresshormon - das dann im weiteren Verlauf zur Freisetzung von Cortisol führt, dem wohl bekanntesten Stresshormon. Dieser Verlauf ist gemeinhin als die zuvir erwähnte Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse bekannt.

 

Adaptogene wirken ausgleichend auf die Freisetzung von CRH - das heißt, sie unterbinden diese nicht per se, erkennen aber, wenn die Werte zu hoch sind und helfen dem Körper zu seiner Balance zurückzufinden. Das Gleiche gilt umgekehrt bei zu niedrigen Werten, die sich im Alltag als Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit äußern.

Was sagt die Wissenschaft?

Viele Adaptogene gehören zu jenen Stoffen, die erstaunlich gut wissenschaftlich untersucht sind, da sie seit über 70 Jahren auch Gegenstand europäischer, amerikanischer und russischer Studien und Forschung sind [siehe 2, 3]. Ein generelles Problem der Forschung ist jedoch, dass der Begriff “Adaptogen” sehr breit gefasst ist und eine Vielzahl an Pflanzen in diese Kategorie fallen, die jeweils ganz unterschiedliche Potenz und Wirkmechanismen im menschlichen Körper aufweisen. Ein pauschales Urteil zu Adaptogenen ist also nicht möglich, sehr wohl aber die differenzierte Betrachtung einzelner Pflanzen.

Darum sind Adaptone heute von Bedeutung

Die Prävention oder Behandlung stressinduzierter Krankheiten sind das große Ziel von Adaptogenen. Chronischer Stress steht im Verdacht mit einer Vielzahl an Folgeerkrankungen in Verbindung zu stehen: Atemwegs- und kardiovaskuläre Erkrankungen stehen seit vielen Jahrzehnten im Zentrum der Forschung, aber auch eine geschädigte Verdauung, Reproduktionsorgane und das Immunsystem als Ganzes - mit all seinen Konsequenzen - werden mit chronischem Stress in Zusammenhang gebracht.